Bric-à-BRAQUE BOX is back

Hamburg, 2.Februar 2015.

Ein bewährtes Musik-Format, einst in der Schilleroper beheimatet, feiert Comeback. Der Initiator Felix Schröder hat für seine bric-à-Braque Box, bei der das Publikum die Reihenfolge der auftretenden Musiker selbst wählt, einen neuen Veranstaltungsort gefunden. Im Gegensatz zu früher mit einem Klavier. Und zwar in der TangoMatrix, in der gewöhnlich argentinischer Tango zelebriert wird und die sich am Freitag, den 13. März 2015, in eine große eruptive Juke-Box verwandelt.

Dafür hat Schröder ein gutes Dutzend höchst diverser Musikformationen aus dem Hamburger Raum eingeladen. Von der Solosängerin mit accompagnato bis zum Indie-Quartett sind verschiedene Genres vertreten. Die Veranstaltung bietet somit einen musikalischen Mix, der die Interaktivität des Publikums provoziert und die Musiker auf der Bühne an den Rand ihrer Möglichkeiten herausfordern wird.

Kurzum: Ein schillernder Abend, nicht in der Oper, dafür in einem Tangoladen!

Watt in blau

Das Watt neu entdecken, im wahrsten Sinne „neu beleuchten“, neu erkennbar machen.

Dieser Gedanke inspirierte den Lichtkünstler Jan Philipp Scheibe und Dierk Jensen im Sommer 2006, das Watt „neu zu beleuchten“. Dafür errichteten sie zusammen mit Stefanie Liebe, Swaantje Güntzel und weiteren freiwilligen Helfern eine etwa sechs Meter hohe Licht-Wort-Installation. Nicht für die Ewigkeit, sondern nur für die Länge eines Tages: exakt 24 Stunden – inklusive zweimal Flut und zweimal Ebbe.

Lichtkünstler Jan Philipp Scheibe greift dabei das Phänomen auf, dass Landschaftsbilder bei jedem Menschen andere Erfahrungen hervorrufen. Unabhängig dieser individuellen Erfahrungshorizonte, beeinflusst jeder Naturraum die Stimmung des Menschen. „Die Qualität der Eindrücke aus einer Landschaft ist von ausschlaggebender Bedeutung für unsere Gedanken, zu denen wir geführt werden, für unser Selbstgefühl, unser Gestimmtsein, für unsere Kreativität, also für grundlegende Aspekte der menschlichen Lebensqualität.… Wir tappen deshalb noch völlig im Dunkeln darüber, welches die Wirkung von sinnlicher Ernährung aus der Landschaft ist, von der wir immer und überall umgeben sind“, sagt der Landschaftsphilosoph Andreas Bosshard auf schöne Weise.

Landschaften besitzen sowohl eine objektive (sichtbar, greifbar, hörbar) als auch subjektive (Assoziationen, Erinnerungen, Inspirationen, Gefühle) Qualität. Allerdings wird die Auseinandersetzung mit Landschaften oft und gerne romantisiert. Dieses geschieht offenbar aus der Sehnsucht nach unberührten Landschaften, nach „Nonprofit–Landschaften“. Diesen Widerspruch griff das Projekt „Brand Nature/WATT“ auf, indem es mit beleuchteten Lettern in die WATT-Landschaft ging und dadurch die Bedeutung der Landschaft für Insulaner und Touristen visuell neu vergegenwärtigte.

Mit der Lichtinstallation im Pellwormer Watt griff Jan Philip Scheibe auch die Marken- und Logoidee auf. Durch das „Logo“ wird auf einen Blick visualisiert, wofür die Marke eigentlich steht. Genau das passierte, als das illuminierte Wort „Watt“ in die Watt-Landschaft installiert wurde: Das Watt wurde zur „Handelsmarke“ und hatte plötzlich ein „Logo“, das mit Kunstlicht nach außen kommuniziert wurde. Somit spielten die Macher der temporären Reklame unweit der Hooger Fähre ganz bewusst mit den Instrumenten des Marktes und machten damit auf ökonomische, kulturlandschaftliche sowie touristische Zusammenhänge aufmerksam.

Das Watt verändert sich ständig. Im Takt der Tide schiebt Meereswasser Sand und Sedimente vor sich her, spült es hier weg, trägt es dort hin. Diese ständige Veränderung verursacht in vielen Menschen ein großes Unbehagen, widerspricht dies doch dem antrainierten Sicherheitsbedürfnis. So greift der Mensch durch Deichbau und andere Schutzmassnahmen in den Kreislauf ein. Dadurch ist an weiten Teilen der Nordseeküste eine „Landschaftsbaukooperation“ zwischen Wasser und Mensch entstanden – mit einer ganz eigentümlichen Ästhetik. Die Installation für zwei Tiden hinterfragt daher auch dieses Verhältnis.

Darüber hinaus brachte das Lichtspektakel ein interessantes Wechselspiel zwischen Licht und Dunkelheit hervor. Die inszenierte Ästhetik sorgte für neue Aufmerksamkeit für und im Watt, weil es das Gewohnte (Leuchtreklame) aus dem bisherigen Wirkungsrahmen (Stadt) löste und in eine konträre Umgebung (Naturlandschaft) versetzte. Spannungsreich ist am Wattprojekt sicherlich auch die Wechselbeziehung zwischen den künstlich illuminierten Buchstaben und deren Reflexionen in Schlick und Wasser sowie dem Licht von Sonne und Mond. Alles in allem: Die Installation „WATT“ war ein aufregendes Experiment. Das Kunst-Happening wurde von der Gemeinde Pellworm finanziell unterstützt. Postkarten dokumentierten die Installation für die Nachwelt.

Vielfalt – Grüne Inseln im Verkehr

Asphalt contra Grün: Verkehr und Natur stehen sich oft unversöhnlich gegenüber. Nirgendwo besser ist dies an und auf Verkehrsinseln zu spüren. Sie stehen in der Spannung zwischen Asphalt und Grün, zwischen moderner Mobilität und „grünem“ Anspruch. Das in Asphalt gegossene Wort Vielfalt auf der Veddeler Verkehrsinsel vor der Ballinstadt verkörpert diesen Widerspruch buchstäblich.

Triathlon Trifun Pellworm

Der Trifun auf Pellworm ist ein bisschen das „Wacken des Triathlon“. Der tideabhängige Triathlon auf der Nordseeinsel ist 2004 aus einer Schnapsidee entstanden und hat sich mittlerweile von einem „Geheimtipp der Szene“ zu einem überregional bekannten Sporthappening entwickelt. Das Veranstaltungstrio Hans Harrsen, Dierk Jensen und Detlef Dethlefsen legen dabei großen Wert auf die Harmonie von „Natur und Bewegung“. Aber schauen Sie selber oder noch besser, starten Sie und springen Sie mit uns in die Nordsee: www.trifun-pellworm.de.