Die Nächte werden wieder kälter, die Tage kürzer. Das Buch „Ein Kraftwerk auf dem Meer“, das Dr. Ralf Köpke und ich geschrieben haben, liegt gedruckt vor. Es schildert die Geschichte, die umfangreichen Planungen und den komplexen Aufbau des Offshore-Projektes Butendiek, das einst von nordfriesischen Pionieren als Bürgerwindpark initiiert wurde und mit dem Slogan „demokratische Energie auf hoher See“ bundesweit für Schlagzeilen sorgte.

Nahe dem Scheitern übernahm die Bremer wpd das Projekt im Jahr 2010. Mithilfe eines international gestreuten Investoren-Konsortiums konnte es nun vollendet werden: Seit einigen Monaten erzeugt der 280-MW-Meereswindpark weit draußen vor der Küste der Insel Sylt Strom für 370.000 Haushalte. Kein Zweifel: Butendiek spiegelt wie kaum ein anderes Energievorhaben die Widerstände und Widersprüche wieder, die auf dem Weg zur wirklichen Energiewende auftreten.

Unterdessen drängen immer mehr Flüchtlinge nach Europa. Sie fliehen, weil in ihren Heimatländern Kriege herrschen und weil ihre Existenzen bedroht sind. Sie hoffen, dass Europa ihnen Zuflucht bietet, solange zumindest, bis sie wieder zurückkehren können. Doch dies ist fraglich, auch weil die ökonomischen und sozialen Grundlagen vielerorts derart desaströs sind, weil die ressourcenverzehrende, naturraubende Wirtschaftsweise tiefe Verwerfungen hinterlassen. Dies ist überall zu beobachten. Zudem schlägt der Klimawandel an vielen Orten mit aller Härte zu. So auch im Norden Indiens, an den Gestaden des Ganges. Extreme Starkregen und plötzliche Schneeschmelzen häufen sich, sodass der heilige Fluss Indiens immer häufiger zum reißenden Strom wird, der Menschen und ganze Dörfer in den Tod reißt. Viele Menschen suchen daher Zuflucht in anderen Regionen Indiens. Zugleich nimmt der Trekking-Tourismus zu; Touristen aus aller Welt reisen ein, um im Himalaya-Gebiet zu klettern. Widersprüche, die ich in einer Reportage vor Ort im Oktober einfangen möchte.

Auch die Arbeitsreise mit dem Fotografen Jörg Böthling nach Tansania kommt näher. Unsere Themen dort:

  1. Der Sisal-Anbau im Norden des Landes. Die Naturfaser ist bis heute in vielen Bereichen eine echte Alternative zu erdölbasierten-synthetischen Fasern. Vielleicht gewinnt sie in Zukunft wieder Marktanteile zurück …
  2. Bioabfallsammlung in Dar-Salam: Die Partnerstadt von Hamburg versucht afrikaweit als erste Kommune die Bioabfälle getrennt zu sammeln und zu kompostieren. Eine interessante Pioniertat.
  3. Erneuerbare Energien, Biogas und Windenergie.
  4. Freiwilliger Auslandsdienst von jungen Deutschen in Tansania: Die Arbeit der Deutsch-Tansanischen Freundschaft wird beleuchtet.

Wer schreibt, der bleibt, so hieß es mal. Ob dies heute noch gilt, bezweifle ich mehr denn je. Dennoch: Einmal freier Journalist, immer freier Journalist. Gibt es doch viel zu tun! Worte zu finden, eine Stimme für Menschen zu sein, die nicht aufgeben, sich für eine lebenswerte Umwelt, Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen, bleibt eine Berufung.