Offshore-Windpark Butendiek am Netz – ewz ist daran beteiligt

Das wohl bekannteste deutsche Offshore-Projekt Butendiek speist seit Anfang August Windstrom ins Netz ein. Fast 15 Jahre zogen ins Land, bis dieses schillernde Vorhaben realisiert werden konnte. Schon im Jahr 2000 ergriffen neun Windenergiepioniere aus Nordfriesland die Initiative zu diesem Meerespark, der 32 Kilometer westlich vor der Insel Sylt erbaut worden ist. Sie beabsichtigten einen 280-MW-Bürgerwindpark auf hoher See. Ihre Idee faszinierte. So gelang den Initiatoren in der Rekordzeit von wenigen Monaten über 8.000 Kommanditisten mit einer Risikobeteiligung für das Projekt einzuwerben. Ihre Vision: Demokratische Bürgerenergie auf dem Meer.

So schwungvoll und einzigartig der Auftakt war, so zäh verliefen die Planungen in den darauffolgenden Jahren: Die Banken zauderten, ob der breitgestreuten Bürgerbeteiligung; der Naturschutz wetterte gegen das Vorhaben, weil es in einem besonders empfindlichen Vogelschutzgebiet geplant wurde; die Sylter Millionäre forderten freie Horizonte und zu guter Letzt schnellten die veranschlagten Kosten für den Bau des Netzanschlusses, Gründungen und Windenergieanlagen in die Höhe.

Nachdem die irische Airtricity das Projekt erwarb und wiederum von der schottischen SSE übernommen wurde, erwarb im Jahre 2010 der Bremer Entwickler und Windparkbetreiber wpd das ambitionierte Projekt. Der wpd gelang es in der Folgezeit eine illustre Gruppe von Investoren zu gewinnen. So sind am jetzigen Betreiber OWP Butendiek GmbH & Co KG neben dem Bremer Projektierer wpd der Marguerite Fund, Siemens Financial Services, die dänischen Industriens Pension (IP) und Pensionskassernes Administration (PKA) sowie die CDC Infrastructure und die Zürcher Stadtwerke ewz beteiligt. Rund 450 Millionen Euro Eigenkapital haben sie aufgebracht, um die Planung und Errichtung des rund 1,3 Milliarden teuren Meereswindpark zu stemmen. Mit ihrem Einstieg bei Butendiek nähert sich die ewz ihrer 2013 beschlossenen Erzeugungsstrategie „Strom-Zukunft 2012-2050“, die den Ausbau ihres Windenergie-Bestandes auf gut 770 MW vorsieht.

Zum besonderen Projekt Butendiek, von dem Robert Habeck, Schleswig-Holsteins Minister für Energiewende, Landwirtschaft und ländliche Räume, bei der Eröffnung sagte, „dass es beispielhaft für die Chance der Energiewende steht, Wohlstand und Fortschritt mit den natürlichen Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft zu versöhnen“, hat die OWP Butendiek GmbH & Co KG das Buch „Ein Kraftwerk auf dem Meer“ herausgebracht. Es ist von Dr. Ralf Köpke und Dierk Jensen geschrieben worden, die seit vielen Jahren den Ausbau der erneuerbaren Energien journalistisch intensiv begleitet haben.

Der bildreiche Band, fotografiert von Paul Langrock, gibt einen umfassenden Einblick in das Innenleben eines Projektes, das aus vielerlei Gründen, unter anderem auch hinsichtlich des vorbildlichen Schallschutzes zum Schutz der Meeressäugetiere, wegweisend ist.